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Reiseberichte,tokyo

November 11, 2008

Tokyo Tag drei

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Mein dritter Tag in Tokyo war Montag. Da Montags laut Lonely Planet wohl alle Museen geschlossen hatten, verlegte ich Ueno auf Dienstag, meinen Abreisetag und wollte Montag Asakusa und Akibahara machen.
Viel Spannendes ist da nicht passiert. In Asakusa gibt es viele interessante kleine Laeden auf einem riesigen Strassenmarkt. Ich habe glaube ich Bilder von je <b> einem der </b> Regenschirm- und Trinkschalenlaeden. OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Asakusa ist einer der aelteren Teile der Stadt (frueher war das Unterstadt denke ich) und hier gibt es noch viele kleine Gassen. Hauptsaechlich habe ich mir einen Tempel und einen Schrein angeguckt.

Ich fand beides nicht sonderlich beeindruckend. Was ich an den Shinto-Schreinen interessant fand, ist das alles sehr stark ritualisiert ablaeuft (wie man es nicht anders in Japan erwarten wuerde). Vor dem Betreten (bzw. eigentlich vor dem Beten) waescht man sich rituell Mund und Haende nach einem fest vorgegebenen Schema. Genauso ist die Art, wie man ein Gebet im Tempel spricht eine genau festgelegt abfolge von Gesten. Aber das kann Wikipedia sicher besser erklaeren als ich ^^
Nach einer kurzen Pause im Starbucks (Englische Namen fuer Essen, Juhuu!!!) ging es dann nach Akibahara, dem Zentrum fuer Elektronik, Computer und Manga in Tokyo, in dem alle otaku (=uebergeeks) einkaufen und rumhaengen.
Die Strassen sehen echt irgendwie beeindruckend aus, vielleicht noch mehr als Shibuya. OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hier kriegt man erstmal von einem Maedchen im “Maiden”-Outfitt (im Deutschen kann man vielleicht Hausmaedchen sagen – aber das spiegelt das irgendwie nur so halb wieder) einen Flyer fuer ein Maiden-Cafe, in dem alle Maedchen entsprechend gekleidet sind.

(to be continued)

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Tokyo Tag zwei (continued)

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Das Festival sollte aber erst um 18h Anfangen. Das waren noch zwei Stunden oder so. Und ausserdem sollte ist ganz weit draussen sein, gar nicht mehr Tokyo. An einem Fluss oder so. Das wusste aber niemand so genau.
Da ich sowieso nichts mehr fuer den Tag geplant hatte und feiern gehn wollte, hab ich mich entschieden hinterher zu fahren. Ich hab mich zu ein paar Japanern gesellt, die angeblich wussten, wo es langgeht. Da wir noch Zeit hatten, sassen wir noch ein bisschen am Park rum. Die Japaner waren schon sichtlich angeheitert. Vom ganzen Trubel der vielen Bands war noch genau eine Saengerin uebrig, direkt neben uns. Sie sang ueber einen kleinen Gitarrenamp mit Batterie. Niemand hoerte ihr zu, aber zwei Leute, scheinbar ihre bekannten, machten ein Video von ihr. OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Ein paar von den Japanern deuteten an, das sie wohl etwas durchgeknallt sei und machten sich einen Spass daraus, sich ihr Micro zu borgen und einen auf Human beatbox zu machen. Die anderen “tanzten” dazu (siehe Photos).
An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwaehnen, dass einige Japaner wohl grossen Wert darauf legen, als total verrueckt und durchgeknallt zu gelten. Einer der haeuftigsten Saetze des Abends war wohl “look at him, he’s crazy”. Das war auch meistens angebracht.
Der Typ mit dem ich die meisste Zeit redete (der mit dem Hut auf den Bildern) hatte wohl irgendwas mit Engeneering studiert und auch schon im Ausland gearbeitet. Dann war da noch ein Reggae-Typ und noch drei andere (mir fallen ja schon Deutsche Namen schwer aber in Tokyo hab ich es gar nicht erst probiert). Es war auch echt schwer das Alter von den Leuten zu schaetzen. Also gab ich auch das auf ^^
Einer wollte ein Taxi holen, um zum Festival zu fahren. Er hatte wohl keine Lust auf das “schwierige” U-Bahn fahren. Mir war das zu teuer, also wollte ich nicht mit. Huttyp meinte “He’s rich, he’ll pay.” Ok. Also Richguy, Reggaeguy, Hatguy.
Das Taxi wohlte natuerlich keine 6 Leute mitnehmen. Wie auch?
Als das 4. Taxi immer noch nicht wohlte (alle wurden mitten aufeiner 3 Spurigen Hauptstrasse angehalten) war er kurz davor aufzugeben.
Doch da kam die in seinen Augen optimale Moeglichkeit. Ein Polizei-Van!
Also fragte er die Bullen, ob sie uns nicht zum Festival fahren wollen. (“he’s crazy, he’s crazyyy”). Die lehnten verstaendlicherweise auch ab.
Also gings zum Bahnhof. Dort angekommen, stellte Huttyp erstmal den Verstaerker, den Reggaetyp dabei hatte direkt vor den Haupteingang und fing an durch etwas, das aussah wie ein Feld-Funkgeraet zu Rappen und Beatbox zu machen. OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Das irritierte die Passanten zwar ein wenig, jedoch weniger als ich erwartet hatte. Die anderen fingen an zu tanzen, ich holte mir lieber mal noch ein Bier….
Richguy bestand darauf fuer alle die Tickets zu bezahlen. Nach Zweimal umsteigen wusste niemand mehr wolang. Nach einem Zwanzigminuetigen Gespraech war das wohl geklaert. Danach gings noch mit zweimal umsteigen weiter. Unter anderem kamen wir an der Station vorbei, an der wir los gefahren sind. Auf der Fahr erfuhr ich, dass einer der leute Obdachlos war. Und wesentlich aelter als die anderen. Und keiner wusste, warum er mitkam. Aha.
Irgendwann kamen wir an Minami-Senju vorbei. Warte. Hier wohn ich doch?! Hm ok. Das war einmal komplett durch die Stadt bis zu diesem Punkt (ungefaehr 40 Minuten). Und in der naechsten ging raus. Ich hab mich echt gefragt, wie es von hier aus weiter gehen soll. Angeblich ja ganz weit aus Tokyo raus. Wir sind dann mit Zwei Taxen weiter, Richguy bezahlt.
Irgendwo in einer kleinen Strasse halten wir an und alle steigen aus. Wohnhaeuser und ein Supermarkt auf der einen Seite, ein Damm auf der anderen.
Hier sollte also das Festival sein.
Erstmal wurde essen aus dem Supermarkt geholt. Und gefrohrener Kaffee aus Plastik-Flaschen (aehnlich wie Wassereis).
Einer ging auf den Damm, um zu gucken, wo das Festival ist.
Spaetestens an dieser Stelle wurde ich dann doch sehr an Frankreich erinnert.
Manch einer erinnert sich vielleicht noch daran, wie Olaf mit einem Minderjahrigen Metal-Maedchen und Handy-Taschenlampe durch einen Weinberg stapft, um ein Metal-Konzert zu suchen.
Erstaunlicherweise fanden wir es dann sogar.
Hinter dem Damm war ein breiter Streifen Wiese (vielleicht wie das Feld bei Rumpenheim) und dann ein Fluss.
Auf der Wiese, neben einem Baseball-Feld war ein Generator, ein Tisch mit Turntables und Boxen. Das war also das Festival.
Naja zuminest die Musik war ganz gut.
Ich glaube um 1:00 oder so war es dann aber auch schon zu Ende (ging ja um 18:00 los) und wir suchten die naechste Bahnstation, die nur 5 Minuten zu Fuss entfernt war. Die Japaner konnten garnicht fassen (oder glauben), dass ich wusste, wie ich von hier zu meinem Hostel komme und wollten mich lieber wieder mit in die Stadt nehmen. Aber ich fuhr allein und war in 5 Minuten da :)
Das ist also ganz weit draussen von Tokyo, dacht ich mir.
Im Hostel hab ich noch mit jemandem aus Melbourne gequatscht, der schon ein Jahr lang in Japan als Englischlehrer gearbeitet hat. Ich hab ihn nach Kyoto gefragt (weil mein Vater mir gesagt hatte, ich solle unbedingt dahin) und er hat ziemlich geschwaermt.
Aber das waere doch alles ein groesserer Aufwand gewesen und ich hatte mir schon mit Tokyo zuviel Stress gemacht. Ich glaube zu dem Zeitpunkt hatte ich ungefaehr beschlossen, bald abzuhauen und erstmal in Cairns am Strand zu chillen (eine Hoffnung, die leider enttaeusch wurde). In Tokyo hattes es naemlich schon ein Paar mal geregnet und obwohl es eigentlich warm war (ich lief fast immer im T-Shirt rum) war das Wetter nicht so richtig gut.

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November 10, 2008

Tokyo Photos

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November 7, 2008

Tokyo 1. Tag

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Mittlerweile ists schon ein bisschen laenger her, aber ich will trotzdem mal was dazu schreiben.

Nach einer Nacht im Flugzeug (ich hatte glueck, sie hatten indisches Vegetarisches essen fuer mich uebrig) kam ich im Morgengrauen in Narita an. Dann ging es erstmal mit dem Zug Richtung Tokyo.
Ich war erstmal erstaunt, wie sehr in Japan alles aussieht wie ueberall sonst. Abgesehen davon, dass die Daecher etwas spitzer wahren haetten die Orte, an denen die Bahn vorbei fuhr auch irgendwo in Europa auf dem Land sein koennen.

Ausserdem fiel mir auf, dass alle im Zug schliefen. Naja es war irgendwie morgens dacht ich mir. Aber spaeter hab ich gemerkt, dass alle Japaner in allen Bahnen immer schlafen. Scheinen echt fertig zu sein ^^

Ein bisschen was muss ich noch zu den Bahnen sagen. Ich glaube ich bin nie zur rush-hour gefahren aber so voll wie man immer hoert hab ich sie nie mitbekommen. Meistens konnte ich sogar sitzen.

Und noch etwas: Die meisten Tokyoter finden das Schienennetz sehr verwirrend. Naja es gibt (hauptsaechlich 2) verschiedene Unternehmen und wenn man zwischen denen wechselt muss man den (wie in London oder Paris) abgeriegelten Bereich verlassen und in den Anderen rein. Aber an sonsten ist das auch nicht anders als London oder Berlin oder so. Naja fuer Japaner ist das wohl zu schwierig… (hab mitgekriegt wie einer 20 Minuten telefoniert hat um eine Wegbeschreibung zu bekommen, die ungefaehr aus einmal Umsteigen bestand).

Naja auf jeden Fall kam ich irgendwann in Ueno, einem der groesseren Bahnhoefe in Tokyo an, wo ich umsteigen musste. Das sah schon etwas mehr nach Tokyo aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich hab ein paar bilder von der Halle gemacht. So richtig beeindruckend war es aber auch nicht.

Als ich dann kurz darauf bei der Haltestelle meines Hostels ankam, fing die Sucherei an. Es war kurz nach zehn und ich wusste, dass das Hostel von 11 bis 16h zu macht. Also hatte ich ja noch genug Zeit.

Direkt an der Haltestelle war auch ein Plan der Region. Noch einfacher!

Da merkte ich aber, dass das nicht so einfach war, wie ich mir das vorgestellt hatte. Was ich spaeter herausfand war:

In Tokyo gibt es keine Strassennamen. Es gibt in den Stadtteilen kleinere einheiten, die irgendwelche Namen haben. In diesen Einheiten sind immer einige Haeuserbloecke zusammengefasst durchnummeriert. Dann der Einzelne Block im grossen Block und dann das haus im Block. Die Addresse lautet dann z.B. 2-2-2 . Der Grund warum ueberall Karten haengen ist, dass die Nummern nicht so richtig mit System vergeben werden und es deswegen praktisch unmoeglich ist, ohne Karte etwas zu finden – auch fuer Anwohner. Der Lonely Planet hat mir verraten, dass es bis zur Einfuehrung von Navigationssystemen ueblich war einem Taxifahrer einen Kartenausschnitt mit eingezeichnetem Ziel zu uebergeben.

So stand ich also zwischen den vielen nummerierten Blocks und suchte und suchte. Ich hab versucht die Addresse einigen Passanten zu zeigen aber das war auch nicht so einfach, obwohl ich sie in Kanji hatte.

Als ich dann vorm Hostel Stand war es 11:10. Super. Naja ich hab dann mit etwas Glueck noch einen etwas Englisch sprechenden Japaner gefunden, der in einem Schliessfach-aeh-Laden ?? arbeitete und der meine Sachen in sein Buero genommen hat.

Danach bin ich auf anraten des Lonely Planet einma mit der Yamanote-Line rund ueber Tokyo gefahren. So spannend war das aber auch nicht.

Dann bin ich etwas durch die Innenstadt. In Ginza, einem Stadteil mit grossen Nobel-Einkaufmeilen war viel los. Die Strassen waren gesperrt, damit die Fussgaenger auf der Strasse flanieren konnten.

Irgendwie sah das alles schon ganz schoen gross aus. Aber irgendwie hatte ich mehr erwartet. So Metal und Glas und alles ganz gross. Aber irgenwie sah es sehr nach Zeil aus – nur halt etwas groesser.

Aber es gab einen Apple-Shop, der doch etwas anders aussah als Gravis. Reihe um Reihe von bunten IPods und IPhones und Macs. Alles an und zum Anfassen. Ich hab die Gelegenheit genutzt und erstmal von einem IPhone aus meine Mails gecheckt. Man weiss ja nie, wo es wieder umsonst Internet gibt.

Danach bin ich mal in ein Kaufhaus. Das hatte zwar Flyer mit Plaenen wie es sie sonst in Museen gibt und 10 Stockwerke, sah aber an sonsten verdaechtig nach Galeria Kaufhof aus. Aber dann sind mir die ganzen Angestellten an jeder Ecke mit weissen Handschuhen aufgefallen. Das gibt es hier wohl eher nicht. Also weder Angestellte, noch Handschuhe.

Und bis jetzt hab ich auch kein Deutsches Kaufhaus gesehen, in dem im obersten Stock Kunst ausgestellt und verkauft wird.

Danach bin ich noch ein bisschen Herumgeirrt. Eigentlich wollte ich zu einem gesondreten Teil des Palast-Gartens nahe Ginza. Aber wieder wurde ich von einer japanichen Angewohntheit in die Irre gefuehrt.

Japaner hassen genordete Karten. Oder irgendwie ausgerichtete Karten. Wenn irgendwo zwei Karten haengen mit etwas unterschiedlich grossen ausschnitten der Umgebung dann ist ersten keine der beiden nach Norden ausgerichtet und zweitens die eine um so etwas wie 40 oder vielleicht auch mal 70 Grad zur anderen verdreht.

Die wollen einfach nicht, dass man irgendwas findet.

Naja, so bin ich dann halt mal in die falsche Richtung gegangen, zum Palast. Auf dem Weg bin ich ueber einen Park, eine Statue, einen Teich und viele Spatzen gestolpert doch kurz vom Ziel setzte mein Jetlag ein, ich merkte dass das Hostel offen hatte und setzte mich in Bewegung Richtung Dusche.

Um mein Jetlag nicht noch schlimmer zu machen bin ich dann aber gleich wieder raus. Nach Shibuya. Das ist eins der Party- und auch Restaurantviertel.

Wenn man aus der Haltestelle rauskommt steht man (vorausgesetzt man finden den richtigen Ausgang in einem Gewirr von Geschaeften und Linien und Treppen und Schranken) direkt vor Shibuya Crossing. Bekannt aus Lost in Translation, wie ich gelesen habe. Kann mir aber eh Filmszenen nie lange merken.

Beeindruckend ist es aber schon. Das ist mehr, wie ich mir Tokyo vorgestellt habe.

Die meissten, die das hier lesen wissen sicher was eine Wall of Death auf einem Konzert ist.

Das ist ungefaehr das, was passiert wenn hier die Fussgaenger-Ampeln auf Gruen schalten. Eine Wand aus aufgedressten Japanern kommt auf einen zu und von hinten wird man halb auf die Strasse geschoben.

Eingeramt wird das ganze von Hochhaeusern mit riesigen Bildschirmen und Leuchtreklamen. In bin dann ein bisschen durch Shibuya gelaufen, hab mich von Bananen und suessen Backwaren ernaehrt (wie die naechsten Tage hauptsaechlich auch – vegetarisches Essen finden ohne Japanisch zu koennen ist nicht einfach) und hab mich umgesehen.

Ich war in einem riesigen Plattenladen (4 Stockwerke oder so) und hab nach Japan-Versionen fuer Dominic gesucht aber leider keine Einzige Band gefunden, die ich kannte :(

Die vielen Gassen waren voll von Leuten die grade auf dem Weg in Clubs und Bars waren.

Ich hab mich ein bisschen Umgesehen und ein paar Clubs gefunden. Und “Love Hotel Hill”. Da kann man sich in einem der zahlreichen ueberteuerten Stundenhotels einmieten, wenn man denn beim Ausgehen fuendig geworden ist.

Ich war zu fertig zum Weggehen und die Clubs waren mit Eintrittspreisen meist ueber 10 Euro relativ teuer. Deswegen hab mich nur mal kurz in eine Bar getraut um mir das mal anzugucken.

Wie sich herausstellte ist es in Tokyo ueblich, dass man etwas trinken MUSS! solange man in einer Bar oder einem Club ist. Wenn man einkommt wird man von der Security erstmal an die Theke geschickt und wenn die Flasche leer ist, wird man wieder aufgefordert. Ausserdem werden “aus Sicherheitsgruenden” alle rumstehenden Flaschen, ob voll oder leer, eingesammelt.

Naja nach dem ersten Bier hab ich mich dann doch mal in Richtung meines Bettes bewegt.