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Archive for the ‘Townsville’ Category

Reiseberichte,Townsville,general

November 11, 2008

To kill a Cane Toad or not to kill a Cane Toad

Heute hab ich mit einem Jugen der hier wohnt zusammen Gartenarbeit gemacht.

Als wir uns nachher mit ein paar Leuten unterhalten habe, hat er erzaehlt, dass wir ein paar Kroeten gesehen haben. Die direkte Reaktion war “Und, habt ihr sie getoetet?”

Ich war ein bisschen erstaunt. Ich hatte zwar schon von der Cane Toad gehoert, wusste aber nicht, dass sie das war. Aber es ist wohl die einzige Kroete die es hier gibt.

Fuer nicht eingeweihte: die Cane Toad ist “a pest”, also ein Schaedling. Sie ist ein eingeschlepptes Tier, dass sich stark verbreitet hat (siehe Simpsonsfolge ^^). Das eigentliche Problem aber ist, dass sie Gift absondert, um sich zu wehren. Das heisst, dass alle Tiere (bis auf eine besondere Schlangenart seltsamerweise), die versuchen sie zu essen, vergiftet werden. Auf diese Art und Weise verschwanden einige Schlangenarten schon aus den Gebieten Australiens, in die sich die Cane Toad bis jetz ausgebreitet hat.

Sie ist auch eine Bedrohung fuer Krokodile, selbst die grossen.

Ich habe dann die anderen gefragt, ob sie die Kroeten toeten wuerden. Aber irgendwie konnten sie sich nicht dazu durchringen, sagten mir aber, dass ich es gerne machen koennte.

Jetzt stellt sich mir natuerlich die Frage: Kroeten toeten oder Kroeten leben lassen und damit andere Arten ausrotten?

Ausserdem: wie toetet man am besten eine Kroete?

Reiseberichte,Townsville

Green Tree Ants

Es ist ja schon lange her, dass ich in Deutschland mal im Garten gearbeitet habe. Aber meiner Erinnerung nach, war da nie soviel los wie hier.
Im Garten, in dem ich grade arbeite tummeln sich viele Arten von Eidechsen, Froeschen, Kroeten, Ameisen, alle moeglichen Variationen in Form und Farbe von Spinnen, Kaefern, Grashuepfern und Heuschrecken. Manchmal ist auch ein kleines Stick-Insect dabei oder eine Gottesanbeterin.
Das ist eigentlich ganz nett. Das viele Krabbelzeug hat aber auch Nachteile. Z.B. hab ich mal etwas in meinem Buch ueber Spinnen gelesen. Da steht oefters mal soetwas wie “Biss harmlos. Verursacht nur leichte Uebelkeit, Kopfschmerzen und Hautrekation an der Bissstelle.”
Super. Obwohl eigentlich nur die Redback wirklich gefaehrlich (=toedlich) ist, sollte man sich wohl doch lieber einfach von allen Spinnen hier fern halten. Dafuer sind viele schoen bunt (wie z.B. mein Namensvetter, die St. Andrew Spider)
Was auch echt nervig sind, sind die Ameisen. Vor allem die Green Tree Ants. Die suchen sich immer zwei Blaetter in einem Baum, kleben die zusammen und bauen ein Nest dazwischen. Ausserdem kann man ihr gruenes Hinterteil essen (ich hab es nicht probiert) – die Ameisen sind relativ gross nach deutschen Massstaeben, vielleicht 8mm. Soweit so gut.
Wenn man jetzt aber Baeume trimmen will, heisst das, dass man sie immer Ueberall hat. Und wenn man auch noch so geschickt ist wie ich, und ein Nest beruehrt, dann hat man gleich 50 von den Viechern ueberall. Und die sind wirklich aggressiv. Die beissen sich in alles fest was sie kriegen koennen. Dann ist auch nichts mehr mit abstreifen oder so. Dann muss man jede einzelne anpacken und ziehen bis sie abgeht. Grosser Spass sag ich euch. Aber das laesst sich noch steigern. Wenn man z.B. ein Loch in seiner Hose hat, dann gehen die auch gerne mal da durch und beissen einen in seine private parts….

Don’t get green tree ants in you pants!

Seriously!

Photos,Reiseberichte,Townsville

November 10, 2008

Townsville und Health Education Center Photos

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Reiseberichte,Townsville

Feral Pigs

Am Sonntag war ich mit den Bewohnern des Health Education Centers bei einer befreundeten Familie. Es gab ein Essen zur Verabschiedung einer Familie, die bald umzieht.
Der Vater der Familie, die wir besuchten ist grade fast damit fertig ihr neues Haus zu bauen und es ist schon bewohnbar. Er hat es neben seinem Job in seiner Freizeit aus fertigteilen Zusammengebaut und es ist eine echte Villa. Aber natuerlich in Amerikaner-Manier aus Blech und Presspappe. Aber auch Massivholz :)
Das nur nebenbei.
Sie wohnen auf einem fuer hiesige verhaeltnisse kleinen Grundstueck (ich kann mit Acker-Zahlen nicht so viel anfangen) aber in Deutschland waere es mehr so ein Stadtteil.
Nach dem Essen sind alle anwesenden Kinder (mich eingeschlossen, dh. ungefaehr 8 oder so) und der Vater auf 3 Four-Wheelern, in Deutsch wohl eher “Strandbuggy” oder so, ueber ihr Grundstueck gefahren. Die Dinger sind echt nicht schlecht. Ich bin nicht selbst gefahren sondern wurde von eine Tochter kutschiert. Bedienung fast wie ein Mottorrad aber man kann halt gut durchs Gelaende fahren. Da ein Creek, also ein ausgetrockneter Fluss, durch das Grundstueck fuehrt ist das auch wirklich notwendig. Die Fahrt war ziemlich gut, weil man so mal ein Bisschen mehr vom Land sieht als wenn man auf den Strassen faehrt oder nur spazieren geht. Und man hat das Gefuehl, das es sehr schnell ist, obwohl man nur 20 oder so faehrt.
Das Ziel der fahrt, war eine Schweine-Falle eines Freundes. Zur Erlaeuterung: Hausschweine wurden nach Australien gebracht und sind Teilweise verwildert und werden jetzt als “pest” also Schaedlinge betrachtet, da sie einheimische Vegetation zerstoeren und ansaessige Tiere fressen. Deswegen werden sie gejagt und geschossen.
Spaeter hab ich erfahren ,was mit ihnen passiert. Sie werden gemaestet (falls lebend) und dann nach Deutschland geschifft. Australisches “Wildschwein” sei der grosse Hit ^^
Als wir bei der Falle ankamen, war ich etwas geschockt. Vier eher kleine Schweine sitzen in einer hoechstens 2mx2m grossen Einpferchung mit ausgebleichten Knochen drinnen. Die Knochen waren aber nur Koeder fuer die Schweine.
Die Tiere wirkten sehr verstoert. Sie draengen sich von einer Ecke in die andere, fallen uebereinander.
Kein wunder, bei 3 Lauten 2-Zylindermotoren, die um sie kreisen.
Normalerweise ist nur ein Tier in der Falle. Diesmal muessen wohl 3 schon in der Falle gewesen sein, bevor das vierte Tier den Stock, der die Klappe hoch haelt, umgeworfen hat.
Ich fragte, wie lange sie schon in der Falle seien. Ungefaehr 2 oder 3 Tage.
Ich sah kein Wasser oder Futter im Pferch.
Und wie lange bleiben sie da noch? Vielleicht 1-2 Tage. Aber der hat grade viel zu tun. Vielleicht auch 4.
Ich guckte nach oben. Greller Sonnenschein. Alle Baeume weit weg. Hier ist den ganzen Tag Hitze. Das kann man kaum ueberleben.
Der Vater dreht der Einzaeunung den Ruecken zu und schlagartig fangen die Tiere an, auf ihn zuzustuermen. Ein Tier rennt direkt gegen eine Metalstange. Etwas fliegt durch die Luft, der Vater faengt es. “Guckt mal, er hat sich nen Zahn ausgebrochen”.
Das Tier blutet an mehreren Stellen am Ruessel. Ich kann es kaum fassen.

Wir fahren noch eine runde, dann geht es zurueck zum Haus. Auf dem Rueckweg sehen wir noch andere Reifenspuren. Scheinbar ist der Besitzer der Falle gekommen, um sie zu leeren. Zum Glueck.

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Townsville, Health Education Center (geschrieben 8.11.)

Heute und gestern hab ich nicht nur rausgefunden, dass die komischen Christen alle Creationisten sind, sondern auch, dass sie an ein Second Coming of Jesus glauben. Hm. Naja ich bin ja bald hier weg.
Heute war Samstag und sie waren in der Kirche und ich hatte frei. Ist auch gut so, denn es hat heute Nachmittag etwas geregnet. Jetzt regnet es ganz schoen viel. Das ist aber eigentlich ganz gut, weil es das Weeding morgen sicherlich einfacher macht. Ich hoffe nur bis dahin hat es aufgehoert.
Nach dem Frueckstueck kam ein Wallaby in den Garten. Da hatte ich endlich mal eine Gelegenheit ein Photo zu machen. Bei meinen Spaziergaengen waren sie immer so schnell weg, dass ich nicht dazu kam.
Ich fuhr mit den anderen in die Stadt und bin etwas rumgelaufen und war im Museum of Tropical Queensland in Townsville. Es ist schon interessant, was Australier so als “alt” emfinden. Hier machen sich Archeologen auf und bergen mit viel Aufwand Sachen aus einem Schiff, das vor grade mal 200 Jahren gesunken ist. Naja es hatte die Gefangenen der Meuterei auf der Bounty an Bord aber trotzdem. Was da fuer ein Trubel drum gemacht wird.
Mir wurde bei meiner Stadtbesichtigung mit Marta auch ein altes Haus gezeigt. Fast hundert Jahre! Naja. Auf jeden fall legen Australier sehr viel Wert auf ihre “Geschichte”. Ich glaube ich sollte denen mal von der Koelner U-Bahn erzaehlen.
Aber das Museum hatte einen spannenden Science-Teil fuer Kinder (und Naturwissenschaftler) mit polarisiertem Licht, Magneten, Spiegeln, einem chaotischem Kreiselpendelding (wer hilft mir auf die Spruenge?), Brachistochromenkurven mit Murmeln (wer Erinnert sich noch ans erste Semester?) und Tuermen von Hanoi (oder woher auch immer man sie gerne haben moechte). Ausserdem konnte man testen wie weit man vom perfekten Gehoer weg ist (war aber gemein: man musste Frequenzen raten, nich Toene). Ich hab 85% perfektes Gehoer ^^
Danach gabs noch ein paar Tiere zu sehen (tot oder als Modell).
Ich erfuhr, das die Teppichpython sehr haeufig in Gaerten und Scheunen wohnt. Leider hab ich immer noch keine Gesehen. Steward, der Gaertner, hat mir erzaehlt das er for einigen Monaten eine im Garten gesehen hat. Aber die ist wohl leider schon weg.
Aber Brown Snakes sind leider auch nicht so selten. Davon hab ich aber auch noch keine gesehen (denke ich).
Es gab auch einige Aufgespiesste Insekten zu zehen. Es gibt hier Goliatmotten, die Groesser werden als meine Hand. Und Stick-Insects (ein kleines ist auf einem Bild) von der groesse meines Unterarms. Ueberhaupt gibt es hier ganz schoen viele grosse Insekten. Aber das ist wohl ueberall in den Tropen so.

So. Grade ist der Strom aus (wahrscheinlich wegen des Regens). Und ich hatte meinen Akku neben mir liegen. Aber Vim (ich schreibe offline weil der Satellit bei Wolken nicht funktioniert) hat mich gerne und hat irgendwann gespeichert. Jetzt sitz ich im Dunkeln. Kurzzeitig war mal die vierteldeutsche Abourigin-Frau, die hier wohnt, mit ihren Kindern und Kerzen da (der Fernseher ist ausgegangen). Aber bin ich wieder alleine. Mit ganz vielen Geckos und Spinnen. Und mein Laptop ist das einzige Licht. Mal sehn ob das eine gute Entscheidung ist. Ich merk schon wie sich Moskitos sammeln und mich Zerstechen.

Ich hab mir im Museum auch ein Buch ueber Spinnen gekauft. Jetzt bin ich also vollstens im Bilde, was mich hier alles Umbringen kann. In dieser Region hier wohl nur die Redback, die es fast ueberall gibt. Davon hab ich noch kein Gesehen.
Aber viele koennen wohl relativ unangenehm beissen. Also alles rausschmeissen was irgendwie gross ist und wenns nicht geht lieber mal drauftreten.
A propos umbringen. Innerhalb der letzten Tage, seit ich mit Marta in Townsville war, hat wohl die Stinger Saison angefangen. Das heisst nur noch innerhalb der Stinger-Netze oder mit Stinger-Suit ins Wasser. Doof, wo ich doch in ein paar Tagen in Magnetic Island schnorcheln wollte. Naja mal sehn was daraus wird. Es gibt dort wohl auch einige schoene Bush-Walks.
Hab vorhin das Hostel gebucht. Von Mittwoch an drei Naechte. Endlich wieder Zivilisation. Oder zumindest Backpacker.

Um nochmal schnell die letzten Tage abzuhaken: Hier ist es unglaublich heiss. Wenn ich mittags rumsitze, kann ich zugucken wie sich Schweisperlen auf meinen Amen bilden. Vom Arbeiten mal ganz abgesehen. Ich hab hier die ganze Zeit “mulching” gemacht. D.h. die Huegel mit den Obstbaeumen mit Stroh abgedeckt, fuer Duengung, gegen Unkraut und fuer den Wasserhaushalt.
Das ging etwas auf meinen Ruecken, deswegen gibts die naechsten Tage Weeding und Pruning. Draussen Arbeiten war ein bissel langweilig weil es immer das selbe war. Dafuer konnte ich danach die ganze Zeit ausspannen und Lesen. Ich glaube ich hab hier in den letzten 5 Tagen knapp 3 Buecher und 20 Sonnets gelesen oder so. Und dann hab ich das Internet entdeckt und kann nun endlich bloggen. Aber wenn ich jetzt langsam alles auf der Reihe hab ist es auch ganz gut, wenn ich mal wieder was spannenderes machen kann.
Die Gegend hier war ganz schoen. Vor ein paar Tagen war ich abends Spazieren und das rote Licht des Sonnenuntergangs laesst das rot des Bodens ganz besonders wirken. Ausserdem hier hier einfach niemand. Naja zumindest fast. Aber wenn man bedenkt, dass ich auf der einzigen Strasse gelaufen bin, die die Harvey Mountain Range mit dem Rest der Welt verbindet, sind mir wirklich sehr wenige Autos begegnet. Die Farben und die Stimmung kommen bei den Bildern leider nicht so gut raus aber wenn mir mal langweilig ist mach ich nen ordentlichen Weisabgleich.
Ich hab auch ein paar Wallabies gesehen, aber leider nur wenige und meisstens auch nur von hinten. Die sind ganz schoen schnell. Aber vielleicht krieg ich das mit dem Wallaby-Spotting ja nochmal raus.
Bei der Gartenarbeit sind auch oefters mal Papageien ueber mich geflogen. So kleine gruen-blaue. Kennt man irgendwie aus dem Zoo oder so ;) Leider hab ich kein Bild von ihnen.
Ueberhaupt gibt es hier interessante Voegel. Vor allem mit interessantem Gesang. Es gibt eine Art hier im Garten, die Pfeift. Einmal und laut. Ich denke staendig irgendwer will mich rufen. Es ist einfach genau die menschlichte Tonlage.
Und dann gibt es noch ein paar Voegel, die haben ein eher laengliches Pattern, dass sie immer wiederholen. Aber das Pattern ist dann nicht irgendwie harmonisch sondern meisstens eher verstoerend. Laut-leise hoch-tief in den wildestens Variationen. Manchmal hab ich schon gedacht irgendwer steht hinter einem Busch und will mich verarschen aber ich hab dann doch meisstens irgendwann den Vogel finden koennen. Ich muss mal probieren mit dem Handy was aufzunehmen. Ist klingt echt echt schraeg.
Manchmal bin ich mir auch nicht ganz sicher, was grade welches Geraeusch macht. Vor allem Nachts wechseln sich Voegel, Geckos und Insekten ab. Bzw. Kreischen wild durcheinander.
Das ist irgendwie doch anders als die Betrunkenen vorm Blowup.

So, ich glaube ich hab fuer heute genug geschwafelt und wurde genug gestochen. Hm ich kann mein Zimmer jetzt gar nicht nach Spinnen untesuchen. Hm…
Vorhin in der Stadt hab ich noch ueberlegt, ob ich mir eine Taschenlampe holen soll.
Aber dann wollt ich keine billige aus dem Woolworth sondern eine die ich mit schuetteln oder Pumpen aufladen kann. Und fuer sowas hab ich natuerlich keinen Laden gefunden. Vielleicht sollte ich das Mittwoch bevor ich auf Magnetic Island gehe nochmal probieren. Aber ich glaube in Townsville sind die Chancen nicht so gross. So, jetzt reicht das mit den Mueckenstichen aber echt. Sich anleuchten lassen als einzige Lichtquelle in einem grossen Raum war echt nicht klug.

Reiseberichte,Townsville

Townsville

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ist benannt nach einem Mr. Town.
Wer haette es gedacht!
Das wollt ich nur mal erklaert haben, nach dem ich mich doch laenger Zeit ueber den Namen gewundert habe.