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Reiseberichte,Townsville

November 10, 2008

Townsville, Health Education Center (geschrieben 8.11.)

Heute und gestern hab ich nicht nur rausgefunden, dass die komischen Christen alle Creationisten sind, sondern auch, dass sie an ein Second Coming of Jesus glauben. Hm. Naja ich bin ja bald hier weg.
Heute war Samstag und sie waren in der Kirche und ich hatte frei. Ist auch gut so, denn es hat heute Nachmittag etwas geregnet. Jetzt regnet es ganz schoen viel. Das ist aber eigentlich ganz gut, weil es das Weeding morgen sicherlich einfacher macht. Ich hoffe nur bis dahin hat es aufgehoert.
Nach dem Frueckstueck kam ein Wallaby in den Garten. Da hatte ich endlich mal eine Gelegenheit ein Photo zu machen. Bei meinen Spaziergaengen waren sie immer so schnell weg, dass ich nicht dazu kam.
Ich fuhr mit den anderen in die Stadt und bin etwas rumgelaufen und war im Museum of Tropical Queensland in Townsville. Es ist schon interessant, was Australier so als “alt” emfinden. Hier machen sich Archeologen auf und bergen mit viel Aufwand Sachen aus einem Schiff, das vor grade mal 200 Jahren gesunken ist. Naja es hatte die Gefangenen der Meuterei auf der Bounty an Bord aber trotzdem. Was da fuer ein Trubel drum gemacht wird.
Mir wurde bei meiner Stadtbesichtigung mit Marta auch ein altes Haus gezeigt. Fast hundert Jahre! Naja. Auf jeden fall legen Australier sehr viel Wert auf ihre “Geschichte”. Ich glaube ich sollte denen mal von der Koelner U-Bahn erzaehlen.
Aber das Museum hatte einen spannenden Science-Teil fuer Kinder (und Naturwissenschaftler) mit polarisiertem Licht, Magneten, Spiegeln, einem chaotischem Kreiselpendelding (wer hilft mir auf die Spruenge?), Brachistochromenkurven mit Murmeln (wer Erinnert sich noch ans erste Semester?) und Tuermen von Hanoi (oder woher auch immer man sie gerne haben moechte). Ausserdem konnte man testen wie weit man vom perfekten Gehoer weg ist (war aber gemein: man musste Frequenzen raten, nich Toene). Ich hab 85% perfektes Gehoer ^^
Danach gabs noch ein paar Tiere zu sehen (tot oder als Modell).
Ich erfuhr, das die Teppichpython sehr haeufig in Gaerten und Scheunen wohnt. Leider hab ich immer noch keine Gesehen. Steward, der Gaertner, hat mir erzaehlt das er for einigen Monaten eine im Garten gesehen hat. Aber die ist wohl leider schon weg.
Aber Brown Snakes sind leider auch nicht so selten. Davon hab ich aber auch noch keine gesehen (denke ich).
Es gab auch einige Aufgespiesste Insekten zu zehen. Es gibt hier Goliatmotten, die Groesser werden als meine Hand. Und Stick-Insects (ein kleines ist auf einem Bild) von der groesse meines Unterarms. Ueberhaupt gibt es hier ganz schoen viele grosse Insekten. Aber das ist wohl ueberall in den Tropen so.

So. Grade ist der Strom aus (wahrscheinlich wegen des Regens). Und ich hatte meinen Akku neben mir liegen. Aber Vim (ich schreibe offline weil der Satellit bei Wolken nicht funktioniert) hat mich gerne und hat irgendwann gespeichert. Jetzt sitz ich im Dunkeln. Kurzzeitig war mal die vierteldeutsche Abourigin-Frau, die hier wohnt, mit ihren Kindern und Kerzen da (der Fernseher ist ausgegangen). Aber bin ich wieder alleine. Mit ganz vielen Geckos und Spinnen. Und mein Laptop ist das einzige Licht. Mal sehn ob das eine gute Entscheidung ist. Ich merk schon wie sich Moskitos sammeln und mich Zerstechen.

Ich hab mir im Museum auch ein Buch ueber Spinnen gekauft. Jetzt bin ich also vollstens im Bilde, was mich hier alles Umbringen kann. In dieser Region hier wohl nur die Redback, die es fast ueberall gibt. Davon hab ich noch kein Gesehen.
Aber viele koennen wohl relativ unangenehm beissen. Also alles rausschmeissen was irgendwie gross ist und wenns nicht geht lieber mal drauftreten.
A propos umbringen. Innerhalb der letzten Tage, seit ich mit Marta in Townsville war, hat wohl die Stinger Saison angefangen. Das heisst nur noch innerhalb der Stinger-Netze oder mit Stinger-Suit ins Wasser. Doof, wo ich doch in ein paar Tagen in Magnetic Island schnorcheln wollte. Naja mal sehn was daraus wird. Es gibt dort wohl auch einige schoene Bush-Walks.
Hab vorhin das Hostel gebucht. Von Mittwoch an drei Naechte. Endlich wieder Zivilisation. Oder zumindest Backpacker.

Um nochmal schnell die letzten Tage abzuhaken: Hier ist es unglaublich heiss. Wenn ich mittags rumsitze, kann ich zugucken wie sich Schweisperlen auf meinen Amen bilden. Vom Arbeiten mal ganz abgesehen. Ich hab hier die ganze Zeit “mulching” gemacht. D.h. die Huegel mit den Obstbaeumen mit Stroh abgedeckt, fuer Duengung, gegen Unkraut und fuer den Wasserhaushalt.
Das ging etwas auf meinen Ruecken, deswegen gibts die naechsten Tage Weeding und Pruning. Draussen Arbeiten war ein bissel langweilig weil es immer das selbe war. Dafuer konnte ich danach die ganze Zeit ausspannen und Lesen. Ich glaube ich hab hier in den letzten 5 Tagen knapp 3 Buecher und 20 Sonnets gelesen oder so. Und dann hab ich das Internet entdeckt und kann nun endlich bloggen. Aber wenn ich jetzt langsam alles auf der Reihe hab ist es auch ganz gut, wenn ich mal wieder was spannenderes machen kann.
Die Gegend hier war ganz schoen. Vor ein paar Tagen war ich abends Spazieren und das rote Licht des Sonnenuntergangs laesst das rot des Bodens ganz besonders wirken. Ausserdem hier hier einfach niemand. Naja zumindest fast. Aber wenn man bedenkt, dass ich auf der einzigen Strasse gelaufen bin, die die Harvey Mountain Range mit dem Rest der Welt verbindet, sind mir wirklich sehr wenige Autos begegnet. Die Farben und die Stimmung kommen bei den Bildern leider nicht so gut raus aber wenn mir mal langweilig ist mach ich nen ordentlichen Weisabgleich.
Ich hab auch ein paar Wallabies gesehen, aber leider nur wenige und meisstens auch nur von hinten. Die sind ganz schoen schnell. Aber vielleicht krieg ich das mit dem Wallaby-Spotting ja nochmal raus.
Bei der Gartenarbeit sind auch oefters mal Papageien ueber mich geflogen. So kleine gruen-blaue. Kennt man irgendwie aus dem Zoo oder so ;) Leider hab ich kein Bild von ihnen.
Ueberhaupt gibt es hier interessante Voegel. Vor allem mit interessantem Gesang. Es gibt eine Art hier im Garten, die Pfeift. Einmal und laut. Ich denke staendig irgendwer will mich rufen. Es ist einfach genau die menschlichte Tonlage.
Und dann gibt es noch ein paar Voegel, die haben ein eher laengliches Pattern, dass sie immer wiederholen. Aber das Pattern ist dann nicht irgendwie harmonisch sondern meisstens eher verstoerend. Laut-leise hoch-tief in den wildestens Variationen. Manchmal hab ich schon gedacht irgendwer steht hinter einem Busch und will mich verarschen aber ich hab dann doch meisstens irgendwann den Vogel finden koennen. Ich muss mal probieren mit dem Handy was aufzunehmen. Ist klingt echt echt schraeg.
Manchmal bin ich mir auch nicht ganz sicher, was grade welches Geraeusch macht. Vor allem Nachts wechseln sich Voegel, Geckos und Insekten ab. Bzw. Kreischen wild durcheinander.
Das ist irgendwie doch anders als die Betrunkenen vorm Blowup.

So, ich glaube ich hab fuer heute genug geschwafelt und wurde genug gestochen. Hm ich kann mein Zimmer jetzt gar nicht nach Spinnen untesuchen. Hm…
Vorhin in der Stadt hab ich noch ueberlegt, ob ich mir eine Taschenlampe holen soll.
Aber dann wollt ich keine billige aus dem Woolworth sondern eine die ich mit schuetteln oder Pumpen aufladen kann. Und fuer sowas hab ich natuerlich keinen Laden gefunden. Vielleicht sollte ich das Mittwoch bevor ich auf Magnetic Island gehe nochmal probieren. Aber ich glaube in Townsville sind die Chancen nicht so gross. So, jetzt reicht das mit den Mueckenstichen aber echt. Sich anleuchten lassen als einzige Lichtquelle in einem grossen Raum war echt nicht klug.

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