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Reiseberichte,tokyo

November 7, 2008

Tokyo 1. Tag

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Mittlerweile ists schon ein bisschen laenger her, aber ich will trotzdem mal was dazu schreiben.

Nach einer Nacht im Flugzeug (ich hatte glueck, sie hatten indisches Vegetarisches essen fuer mich uebrig) kam ich im Morgengrauen in Narita an. Dann ging es erstmal mit dem Zug Richtung Tokyo.
Ich war erstmal erstaunt, wie sehr in Japan alles aussieht wie ueberall sonst. Abgesehen davon, dass die Daecher etwas spitzer wahren haetten die Orte, an denen die Bahn vorbei fuhr auch irgendwo in Europa auf dem Land sein koennen.

Ausserdem fiel mir auf, dass alle im Zug schliefen. Naja es war irgendwie morgens dacht ich mir. Aber spaeter hab ich gemerkt, dass alle Japaner in allen Bahnen immer schlafen. Scheinen echt fertig zu sein ^^

Ein bisschen was muss ich noch zu den Bahnen sagen. Ich glaube ich bin nie zur rush-hour gefahren aber so voll wie man immer hoert hab ich sie nie mitbekommen. Meistens konnte ich sogar sitzen.

Und noch etwas: Die meisten Tokyoter finden das Schienennetz sehr verwirrend. Naja es gibt (hauptsaechlich 2) verschiedene Unternehmen und wenn man zwischen denen wechselt muss man den (wie in London oder Paris) abgeriegelten Bereich verlassen und in den Anderen rein. Aber an sonsten ist das auch nicht anders als London oder Berlin oder so. Naja fuer Japaner ist das wohl zu schwierig… (hab mitgekriegt wie einer 20 Minuten telefoniert hat um eine Wegbeschreibung zu bekommen, die ungefaehr aus einmal Umsteigen bestand).

Naja auf jeden Fall kam ich irgendwann in Ueno, einem der groesseren Bahnhoefe in Tokyo an, wo ich umsteigen musste. Das sah schon etwas mehr nach Tokyo aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich hab ein paar bilder von der Halle gemacht. So richtig beeindruckend war es aber auch nicht.

Als ich dann kurz darauf bei der Haltestelle meines Hostels ankam, fing die Sucherei an. Es war kurz nach zehn und ich wusste, dass das Hostel von 11 bis 16h zu macht. Also hatte ich ja noch genug Zeit.

Direkt an der Haltestelle war auch ein Plan der Region. Noch einfacher!

Da merkte ich aber, dass das nicht so einfach war, wie ich mir das vorgestellt hatte. Was ich spaeter herausfand war:

In Tokyo gibt es keine Strassennamen. Es gibt in den Stadtteilen kleinere einheiten, die irgendwelche Namen haben. In diesen Einheiten sind immer einige Haeuserbloecke zusammengefasst durchnummeriert. Dann der Einzelne Block im grossen Block und dann das haus im Block. Die Addresse lautet dann z.B. 2-2-2 . Der Grund warum ueberall Karten haengen ist, dass die Nummern nicht so richtig mit System vergeben werden und es deswegen praktisch unmoeglich ist, ohne Karte etwas zu finden – auch fuer Anwohner. Der Lonely Planet hat mir verraten, dass es bis zur Einfuehrung von Navigationssystemen ueblich war einem Taxifahrer einen Kartenausschnitt mit eingezeichnetem Ziel zu uebergeben.

So stand ich also zwischen den vielen nummerierten Blocks und suchte und suchte. Ich hab versucht die Addresse einigen Passanten zu zeigen aber das war auch nicht so einfach, obwohl ich sie in Kanji hatte.

Als ich dann vorm Hostel Stand war es 11:10. Super. Naja ich hab dann mit etwas Glueck noch einen etwas Englisch sprechenden Japaner gefunden, der in einem Schliessfach-aeh-Laden ?? arbeitete und der meine Sachen in sein Buero genommen hat.

Danach bin ich auf anraten des Lonely Planet einma mit der Yamanote-Line rund ueber Tokyo gefahren. So spannend war das aber auch nicht.

Dann bin ich etwas durch die Innenstadt. In Ginza, einem Stadteil mit grossen Nobel-Einkaufmeilen war viel los. Die Strassen waren gesperrt, damit die Fussgaenger auf der Strasse flanieren konnten.

Irgendwie sah das alles schon ganz schoen gross aus. Aber irgendwie hatte ich mehr erwartet. So Metal und Glas und alles ganz gross. Aber irgenwie sah es sehr nach Zeil aus – nur halt etwas groesser.

Aber es gab einen Apple-Shop, der doch etwas anders aussah als Gravis. Reihe um Reihe von bunten IPods und IPhones und Macs. Alles an und zum Anfassen. Ich hab die Gelegenheit genutzt und erstmal von einem IPhone aus meine Mails gecheckt. Man weiss ja nie, wo es wieder umsonst Internet gibt.

Danach bin ich mal in ein Kaufhaus. Das hatte zwar Flyer mit Plaenen wie es sie sonst in Museen gibt und 10 Stockwerke, sah aber an sonsten verdaechtig nach Galeria Kaufhof aus. Aber dann sind mir die ganzen Angestellten an jeder Ecke mit weissen Handschuhen aufgefallen. Das gibt es hier wohl eher nicht. Also weder Angestellte, noch Handschuhe.

Und bis jetzt hab ich auch kein Deutsches Kaufhaus gesehen, in dem im obersten Stock Kunst ausgestellt und verkauft wird.

Danach bin ich noch ein bisschen Herumgeirrt. Eigentlich wollte ich zu einem gesondreten Teil des Palast-Gartens nahe Ginza. Aber wieder wurde ich von einer japanichen Angewohntheit in die Irre gefuehrt.

Japaner hassen genordete Karten. Oder irgendwie ausgerichtete Karten. Wenn irgendwo zwei Karten haengen mit etwas unterschiedlich grossen ausschnitten der Umgebung dann ist ersten keine der beiden nach Norden ausgerichtet und zweitens die eine um so etwas wie 40 oder vielleicht auch mal 70 Grad zur anderen verdreht.

Die wollen einfach nicht, dass man irgendwas findet.

Naja, so bin ich dann halt mal in die falsche Richtung gegangen, zum Palast. Auf dem Weg bin ich ueber einen Park, eine Statue, einen Teich und viele Spatzen gestolpert doch kurz vom Ziel setzte mein Jetlag ein, ich merkte dass das Hostel offen hatte und setzte mich in Bewegung Richtung Dusche.

Um mein Jetlag nicht noch schlimmer zu machen bin ich dann aber gleich wieder raus. Nach Shibuya. Das ist eins der Party- und auch Restaurantviertel.

Wenn man aus der Haltestelle rauskommt steht man (vorausgesetzt man finden den richtigen Ausgang in einem Gewirr von Geschaeften und Linien und Treppen und Schranken) direkt vor Shibuya Crossing. Bekannt aus Lost in Translation, wie ich gelesen habe. Kann mir aber eh Filmszenen nie lange merken.

Beeindruckend ist es aber schon. Das ist mehr, wie ich mir Tokyo vorgestellt habe.

Die meissten, die das hier lesen wissen sicher was eine Wall of Death auf einem Konzert ist.

Das ist ungefaehr das, was passiert wenn hier die Fussgaenger-Ampeln auf Gruen schalten. Eine Wand aus aufgedressten Japanern kommt auf einen zu und von hinten wird man halb auf die Strasse geschoben.

Eingeramt wird das ganze von Hochhaeusern mit riesigen Bildschirmen und Leuchtreklamen. In bin dann ein bisschen durch Shibuya gelaufen, hab mich von Bananen und suessen Backwaren ernaehrt (wie die naechsten Tage hauptsaechlich auch – vegetarisches Essen finden ohne Japanisch zu koennen ist nicht einfach) und hab mich umgesehen.

Ich war in einem riesigen Plattenladen (4 Stockwerke oder so) und hab nach Japan-Versionen fuer Dominic gesucht aber leider keine Einzige Band gefunden, die ich kannte :(

Die vielen Gassen waren voll von Leuten die grade auf dem Weg in Clubs und Bars waren.

Ich hab mich ein bisschen Umgesehen und ein paar Clubs gefunden. Und “Love Hotel Hill”. Da kann man sich in einem der zahlreichen ueberteuerten Stundenhotels einmieten, wenn man denn beim Ausgehen fuendig geworden ist.

Ich war zu fertig zum Weggehen und die Clubs waren mit Eintrittspreisen meist ueber 10 Euro relativ teuer. Deswegen hab mich nur mal kurz in eine Bar getraut um mir das mal anzugucken.

Wie sich herausstellte ist es in Tokyo ueblich, dass man etwas trinken MUSS! solange man in einer Bar oder einem Club ist. Wenn man einkommt wird man von der Security erstmal an die Theke geschickt und wenn die Flasche leer ist, wird man wieder aufgefordert. Ausserdem werden “aus Sicherheitsgruenden” alle rumstehenden Flaschen, ob voll oder leer, eingesammelt.

Naja nach dem ersten Bier hab ich mich dann doch mal in Richtung meines Bettes bewegt.

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