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Reiseberichte,tokyo

November 11, 2008

Tokyo Tag zwei (continued)

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Das Festival sollte aber erst um 18h Anfangen. Das waren noch zwei Stunden oder so. Und ausserdem sollte ist ganz weit draussen sein, gar nicht mehr Tokyo. An einem Fluss oder so. Das wusste aber niemand so genau.
Da ich sowieso nichts mehr fuer den Tag geplant hatte und feiern gehn wollte, hab ich mich entschieden hinterher zu fahren. Ich hab mich zu ein paar Japanern gesellt, die angeblich wussten, wo es langgeht. Da wir noch Zeit hatten, sassen wir noch ein bisschen am Park rum. Die Japaner waren schon sichtlich angeheitert. Vom ganzen Trubel der vielen Bands war noch genau eine Saengerin uebrig, direkt neben uns. Sie sang ueber einen kleinen Gitarrenamp mit Batterie. Niemand hoerte ihr zu, aber zwei Leute, scheinbar ihre bekannten, machten ein Video von ihr. OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Ein paar von den Japanern deuteten an, das sie wohl etwas durchgeknallt sei und machten sich einen Spass daraus, sich ihr Micro zu borgen und einen auf Human beatbox zu machen. Die anderen “tanzten” dazu (siehe Photos).
An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwaehnen, dass einige Japaner wohl grossen Wert darauf legen, als total verrueckt und durchgeknallt zu gelten. Einer der haeuftigsten Saetze des Abends war wohl “look at him, he’s crazy”. Das war auch meistens angebracht.
Der Typ mit dem ich die meisste Zeit redete (der mit dem Hut auf den Bildern) hatte wohl irgendwas mit Engeneering studiert und auch schon im Ausland gearbeitet. Dann war da noch ein Reggae-Typ und noch drei andere (mir fallen ja schon Deutsche Namen schwer aber in Tokyo hab ich es gar nicht erst probiert). Es war auch echt schwer das Alter von den Leuten zu schaetzen. Also gab ich auch das auf ^^
Einer wollte ein Taxi holen, um zum Festival zu fahren. Er hatte wohl keine Lust auf das “schwierige” U-Bahn fahren. Mir war das zu teuer, also wollte ich nicht mit. Huttyp meinte “He’s rich, he’ll pay.” Ok. Also Richguy, Reggaeguy, Hatguy.
Das Taxi wohlte natuerlich keine 6 Leute mitnehmen. Wie auch?
Als das 4. Taxi immer noch nicht wohlte (alle wurden mitten aufeiner 3 Spurigen Hauptstrasse angehalten) war er kurz davor aufzugeben.
Doch da kam die in seinen Augen optimale Moeglichkeit. Ein Polizei-Van!
Also fragte er die Bullen, ob sie uns nicht zum Festival fahren wollen. (“he’s crazy, he’s crazyyy”). Die lehnten verstaendlicherweise auch ab.
Also gings zum Bahnhof. Dort angekommen, stellte Huttyp erstmal den Verstaerker, den Reggaetyp dabei hatte direkt vor den Haupteingang und fing an durch etwas, das aussah wie ein Feld-Funkgeraet zu Rappen und Beatbox zu machen. OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Das irritierte die Passanten zwar ein wenig, jedoch weniger als ich erwartet hatte. Die anderen fingen an zu tanzen, ich holte mir lieber mal noch ein Bier….
Richguy bestand darauf fuer alle die Tickets zu bezahlen. Nach Zweimal umsteigen wusste niemand mehr wolang. Nach einem Zwanzigminuetigen Gespraech war das wohl geklaert. Danach gings noch mit zweimal umsteigen weiter. Unter anderem kamen wir an der Station vorbei, an der wir los gefahren sind. Auf der Fahr erfuhr ich, dass einer der leute Obdachlos war. Und wesentlich aelter als die anderen. Und keiner wusste, warum er mitkam. Aha.
Irgendwann kamen wir an Minami-Senju vorbei. Warte. Hier wohn ich doch?! Hm ok. Das war einmal komplett durch die Stadt bis zu diesem Punkt (ungefaehr 40 Minuten). Und in der naechsten ging raus. Ich hab mich echt gefragt, wie es von hier aus weiter gehen soll. Angeblich ja ganz weit aus Tokyo raus. Wir sind dann mit Zwei Taxen weiter, Richguy bezahlt.
Irgendwo in einer kleinen Strasse halten wir an und alle steigen aus. Wohnhaeuser und ein Supermarkt auf der einen Seite, ein Damm auf der anderen.
Hier sollte also das Festival sein.
Erstmal wurde essen aus dem Supermarkt geholt. Und gefrohrener Kaffee aus Plastik-Flaschen (aehnlich wie Wassereis).
Einer ging auf den Damm, um zu gucken, wo das Festival ist.
Spaetestens an dieser Stelle wurde ich dann doch sehr an Frankreich erinnert.
Manch einer erinnert sich vielleicht noch daran, wie Olaf mit einem Minderjahrigen Metal-Maedchen und Handy-Taschenlampe durch einen Weinberg stapft, um ein Metal-Konzert zu suchen.
Erstaunlicherweise fanden wir es dann sogar.
Hinter dem Damm war ein breiter Streifen Wiese (vielleicht wie das Feld bei Rumpenheim) und dann ein Fluss.
Auf der Wiese, neben einem Baseball-Feld war ein Generator, ein Tisch mit Turntables und Boxen. Das war also das Festival.
Naja zuminest die Musik war ganz gut.
Ich glaube um 1:00 oder so war es dann aber auch schon zu Ende (ging ja um 18:00 los) und wir suchten die naechste Bahnstation, die nur 5 Minuten zu Fuss entfernt war. Die Japaner konnten garnicht fassen (oder glauben), dass ich wusste, wie ich von hier zu meinem Hostel komme und wollten mich lieber wieder mit in die Stadt nehmen. Aber ich fuhr allein und war in 5 Minuten da :)
Das ist also ganz weit draussen von Tokyo, dacht ich mir.
Im Hostel hab ich noch mit jemandem aus Melbourne gequatscht, der schon ein Jahr lang in Japan als Englischlehrer gearbeitet hat. Ich hab ihn nach Kyoto gefragt (weil mein Vater mir gesagt hatte, ich solle unbedingt dahin) und er hat ziemlich geschwaermt.
Aber das waere doch alles ein groesserer Aufwand gewesen und ich hatte mir schon mit Tokyo zuviel Stress gemacht. Ich glaube zu dem Zeitpunkt hatte ich ungefaehr beschlossen, bald abzuhauen und erstmal in Cairns am Strand zu chillen (eine Hoffnung, die leider enttaeusch wurde). In Tokyo hattes es naemlich schon ein Paar mal geregnet und obwohl es eigentlich warm war (ich lief fast immer im T-Shirt rum) war das Wetter nicht so richtig gut.

  1. Alta, klingt auch nach ner sehr geilen Tour!

    Comment by Flussekelwasser — November 11, 2008 @ 14:34

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